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Schirmherrschaft

1. Deutscher Seilbahntag #urban

Perspektiven eines neuen urbanen Verkehrsmittels

  • Beginn: Freitag, 18.06.2021, 10:30 Uhr
  • Forum zum Austauschen und Netzwerken
  • Vorträge und Podiumsdiskussionen zu den Perspektiven urbaner Seilbahnen
  • Aussteller zu urbanen Seilbahnen und zugehörigen Projekten
  • Gemeinschaftsfläche zu urbanen Seilbahnen: "Innovation Area"

 

 

 

Kurzporträt

Der 1. Deutsche Seilbahntag #urban wird am 18./19. Juni 2021 in der Messe Essen stattfinden. Er ist Teil des Innovationsfestivals und steht unter der Schirmherrschaft von Staatssekretärin Frau Dr. Zieschang (BMVI). Es wird ein Forum zum Austausch und Netzwerken für Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Planung und Öffentlichkeit angeboten, die mit dem Thema der urbanen Seilbahn in Verbindung stehen oder Interesse daran haben. Dazu dienen zum einen das Veranstaltungsprogramm mit Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Workshops zu relevanten und aktuellen Themen rund um die Perspektiven urbaner Seilbahnen. Zum anderen ermöglichen Ausstellungsflächen für Hersteller, Städte und Regionen Raum für gewinnbringenden Wissenstransfer und die Präsentation eigener Projekte und Produkte. Der erste Tag richtet sich vornehmlich an das Fachpublikum, während am zweiten Tag die Öffentlichkeit im Fokus stehen wird.

Teilnehmerfeld

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RWTH Aachen University

Willi Koenen

Hintergrund und Ziel

Die zunehmenden Verkehrsprobleme in deutschen Städten werden vielfach manifestiert durch alltägliche Kapazitätsengpässe und verkehrsinduzierte Umweltbelastungen wie Verkehrslärm oder Schadstoffbelastungen der Luft. Die Suche nach Lösungsansätzen hat bereits viele Bereiche beleuchtet, jedoch ohne dadurch bereits zufriedenstellende Fortschritte erzielt zu haben. Oftmals wird, auch von Seiten der Bürgerschaft, der Ruf nach einer Verkehrs- bzw. vielmehr nach einer Mobilitätswende geäußert. Zur Erreichung einer Mobilitätswende werden sich auch die Anteile des motorisierten Individualverkehrs zugunsten des öffentlichen Verkehrs verschieben müssen. Ein entsprechender Ausbau von Kapazitäten im öffentlichen Verkehr ist allerdings nicht in jedem Fall problemlos umsetzbar. Die Städte sind bereits gebaut und eine Umstrukturierung und Vergrößerung der bestehenden Verkehrsinfrastrukturen im großen Stil wird nur selten möglich sein. Vielmehr erscheint der Raum in der Null-Ebene an vielen Stellen ungeeignet für die Ausweitung des öffentlichen Verkehrs mit herkömmlichen Verkehrsmitteln.

Ein bisher in Deutschland kaum beachteter Potentialraum für den (öffentlichen) Verkehr stellt die Plus-Eins-Ebeneoberhalb des terrestrischen Niveaus dar. Aufgrund dichter Bebauung, Verkehrschaos und mangelhaftem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ist dieser Potentialraum insbesondere in vielen Städten Südamerikas mit urbanen Seilbahnen erschlossen worden. Der Vorteil des Überfliegens topografischer Hindernisse wurde sich zu Nutze gemacht, um leistungsfähige Direktverbindungen zwischen verkehrlich bedeutenden Punkten in der Stadt zu schaffen, die bisher nicht existierten. Trotz differenter Rahmenbedingungen bieten urbane Seilbahnen perspektivisch auch in Deutschland die Chance, den bestehenden ÖPNV zu ergänzen und neue Möglichkeiten der Raumnutzung zu eröffnen.

 

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RWTH Aachen University

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Willi Koenen

Seilbahnen gelten als eines der sichersten Verkehrsmittel und sind seit Jahrzehnten zuverlässig im alpinen Raum bei schwierigen klimatischen Bedingungen im Einsatz. Die Bauzeit ist verglichen mit anderen verkehrlichen Infrastrukturen kurz. Der elektrische Betrieb sorgt zudem für eine positive Umweltbilanz. Trotz vieler Vorteile und dem weltweit bereits erfolgreich erprobten Einsatz von Seilbahnen im urbanen Raum sind diese als gleichrangiger Bestandteil des ÖPNV in Deutschland bisher ein Novum. Fehlendes planerisches Know-how, rechtliche Unklarheiten oder Schwierigkeiten bei der Akzeptanzgewinnung sind einige der aktuell vorliegenden Umsetzungshindernisse. Dabei verspricht insbesondere die einfache Überwindung des terrestrischen Niveaus die Schaffung neuer Verbindungen und Relationen im urbanen Kontext deutscher Städte.

Vor dem Hintergrund der Debatten zu den Klimawandelfolgen wie auch den Nachwirkungen des Dieselskandals sowie dem Ruf nach einem Bedeutungszuwachs des ÖPNV haben in der jüngsten Vergangenheit viele deutsche Städte in Betracht gezogen, zukünftig auch urbane Seilbahnen als Teil eines polyvalenten öffentlichen Verkehrs einzusetzen. Die Perspektiven des Green Deals auf europäischer Ebene sowie zu erwartende Konjunkturprogramme für nachhaltige Technologien werden voraussichtlich auch in der Post-Corona-Zeit wieder Raum für wirkungsvolle Lösungen lassen. Der 1. Deutsche Seilbahntag #urban soll allen an diesem Thema Interessierten die Möglichkeit geben, sich über die Perspektiven des neuen urbanen Verkehrsmittels zu informieren und auszutauschen. Dazu dienen Vorträge von Experten aus Wissenschaft und Praxis, Diskussionsrunden zu den relevantesten Themen sowie Ausstellungs- und Präsentationsflächen.

Ablauf und Inhalte

Als Teil des Innovationsfestivals wird der 1. Deutsche Seilbahntag #urban von dem innovativen Geist der Gesamtveranstaltung profitieren und erhebt den Anspruch, die bestehenden Fäden urbaner Seilbahnplanungen zusammenzuführen, um die Teilnehmer mit neuen Ideen und Kontakten versorgen zu können. Die Veranstaltung wird an zwei Tagen stattfinden. Die Veranstaltungstage finden jeweils zwischen 10:00 und 17:30 Uhr in Halle 4 der Messe Essen statt. Das Innovationsfestival umfasst eine Fläche von ca. 20.000 m² (Hallen 4 & 5), für den Seilbahntag stehen ca. 5.000 m² Veranstaltungsfläche zur Verfügung. Es werden unterschiedliche Zielgruppen adressiert: am Freitag, den 18. Juni 2021, wird vordergründig das Fachpublikum angesprochen, während am Samstag, den 19. Juni 2021, die Öffentlichkeit im Fokus steht. Vorbehaltlich der im kommenden Jahr geltenden Bestimmungen werden insgesamt über 500 Fachbesucher zum Seilbahntag und etwa 5.000 Besucher pro Tag zum Innovationsfestival erwartet.

Die Zweiteilung der Veranstaltung ermöglicht eine zielgruppenorientierte Programmzusammenstellung. Während sich der erste Tag mit entsprechenden fachlich relevanten Themen in verschiedenen Formaten insbesondere an das Fachpublikum richtet, soll am – durch die Terminverschiebung neu entstandenen (ehemals 05.09.2020) – zweiten Tag eine breite Öffentlichkeit Gelegenheit bekommen, sich über den Themenkomplex zu informieren. Der erste Tag besitzt die Gestalt einer Messe mit inkludierter Fachtagung. Am darauffolgenden Tag stehen Elemente der aktiven Beteiligung im Vordergrund, z.B. in Form von Workshops und der Bespielung einer Innovation Area. Somit kann der Notwendigkeit einer frühzeitigen öffentlichen Beteiligung Rechnung getragen werden und Fachvertretern auf diese Weise die Möglichkeit gegeben werden, ein Feedback aus der Bevölkerung zu erhalten, um sich über Vorbehalte oder weitergehende Ideen auszutauschen.

Mit Vorträgen, Diskussionen und Workshops werden verschiedene Aspekte urbaner Seilbahnen beleuchtet: Status quo urbaner Seilbahnen, Best-Practice-Beispiele, Stand der Technik, Umsetzungshindernisse, Bürgerbeteiligung, rechtliche Rahmenbedingungen, neue technische Perspektiven. Besucher haben auch die Möglichkeit andere Formate des Innovationsfestivals zu besuchen und zwischen den Angeboten je nach Interesse zu wählen. Das Teilnehmerfeld, bestehend aus Wissenschaftlern verschiedener deutscher und europäischer Hochschulen und Forschungseinrichtungen, Vertretern von Städten und Regionen, Stadt- und Verkehrsplanern, politischen Akteuren, Seilbahnherstellern und angrenzenden Industrien sowie der Öffentlichkeit wird insofern mit passgenauen Inhalten angesprochen.